Interview mit Hans Köppen:

Lösungsorientiert und verlässlich

 

Das Haus des Meeres ist mit 650.000 Besuchern ein Publikums- magnet. Da können Sie sich mit allen anderen großen Museen in Wien messen. Was denken Sie, ist das Geheimnis des Erfolges?

Das ist unsere Weiterentwicklung: Wir haben in den letzten Jahren über 50 Bauprojekte gehabt, haben ständig etwas erneuert, immer wieder neue Tiere, neue Bereiche und neue Serviceleistung angeboten und haben versucht, den Erlebniswert zu steigern indem man sozusagen in die Becken eintauchen kann. Das alles fördert das Interesse beim Publikum und wird honoriert. So konnten wir in den letzten zehn Jahren die Besucheranzahl verdoppeln. Was mich zusätzlich auch noch besonders stolz macht ist, dass wir rein privat sind. Wir bekommen keinerlei Subventionen, wir finanzieren alles aus eigener Kraft. Die Bundesmuseen haben es in dieser Hinsicht etwas leichter.

Es ist doch so, dass das Gebäude an sich ein Stück Geschichte ist, das man von Weiten sieht. Sehen Sie damit eine gewisse Verantwortung oder gar eine Verpflichtung verbunden?

Das sehen wir auf jeden Fall! Wir versuchen auch speziell den jüngeren Besuchern, die mit dem ursprünglichen Gebäude – einem Flakturm aus dem Zweiten Weltkrieg – gar nichts anfangen können, zu zeigen, dass dieses Gebäude nicht so errichtet wurde. In der Sonderausstellung „Erinnern im Innern“, im 10. Stock, wollen wir die militärische Nutzung und den eigentlichen Zweck, wofür es gebaut wurde, vermitteln. Zusätzlich haben wir auch eine Bilderausstellung zur Errichtung des Flakturms im Jahr 1944. Und in den Stiegenhäusern erfahren Sie auf Informationstafeln, was der ursprüngliche Verwendungszweck für dieses Gebäude war.

Das Haus des Meeres ist der Gemeinnützigkeit verpflichtet, Sie pflegen eine enge Verbindung mit der Wissenschaft, Sie sehen sich als Bildungsanstalt ... Wie gehen Sie vor diesem Hintergrund bei der Auswahl Ihrer Lieferanten vor? Was ist Ihnen hier wichtig?

Die Gemeinnützigkeit bei uns bringt den großen Vorteil, dass wir niemanden haben, der mögliche Überschüsse entnimmt. Es gibt keinen Vorstand oder Aufsichtsrat der privat das Geld nutzen oder dem Haus entziehen kann, sondern 100% des erwirtschafteten Geldes bleiben im Haus und Überschüsse werden zu 100% reinvestiert. Das hat uns die finanzielle Möglichkeit für unsere Bauprojekte gebracht. Über die Auswahl der Lieferanten entscheidet nicht nur der Preis. Das Unübliche bei uns ist, dass wir in einem Sonderbauwerk untergebracht sind. Dementsprechend vielgestaltig sind auch die Vorgaben der Behörden. Bei den Lieferanten achten wir in erster Linie darauf, dass Sie Flexibilität zeigen, die bei uns notwendig ist. Denn alles, was wir errichten, ist in gewisser Weise ein Unikat. Wir haben zweieinhalb bis drei Meter dicke Außenmauern am Flakturm, ein Grundgebäude mit 55.000 Tonnen Betonvolumen ... das ist schon enorm! Wir haben Aquarien und Terrarien auf mehreren Stockwerken verteilt, stehen mitten im Stadtzentrum (was die Anlieferung erschwert), haben 365 Tage im Jahr geöffnet – viele Herausforderungen, auf die man flexibel reagieren muss. Sämtliche Umbauten sind während der Besucherzeiten zu bewerkstelligen! Das bedeutet, dass in puncto Sicherheit, Zuverlässigkeit und Flexibilität keine Abstriche möglich sind.

Das hat MGLASS bereits im Slogan stehen: „Herr mit den Herausforderungen!“ Wie hat MGLASS diese Herausforderungen gemeistert?

Wir haben von Beginn an MGLASS und andere Lieferanten eingeladen, sich bei der Entwicklung zu beteiligen. Wir hatten von Anfang an in den Vorgesprächen einen positiven Eindruck von MGLASS. Die haben sich von Anfang an optimal in die Planungsphase eingebracht. Es gab immer wieder neue Situationen: der Turm war nicht ganz gerade gebaut, wir hatten bei den Vermessungen Abweichungen und in der Umsetzung war die Sicherheit der Besucher das Allerwichtigste. Da war die sehr gute, gemeinsam entwickelte Planungsgrundlage extrem hilfreich. Der Ideenreichtum und die Lösungsorientiertheit bei MGLASS waren von Anfang an auffällig. Die waren sich auch immer der Tatsache bewusst, dass das ein Sonderbauwerk mit ganz speziellen Anforderungen ist. So hatten wir sehr früh das Gefühl, dass MGLASS ein guter Partner ist.

Wenn ich Sie recht verstanden habe, dann ist Ihnen die Fähig- keit etwas anders zu denken, neue Wege zu gehen, besonders wichtig?

Selbstverständlich, das war für uns ein wesentliches Kriterium! Wenn man nur vom Plan ausgegangen wäre, dann hätten wir ein Problem gehabt. Es waren viele Anpassungen vor Ort notwendig. Viele Herausforderungen entstanden dann erst in letzter Sekunde, wenn man direkt davor steht und da muss man dann schnell agieren und eventuell auch noch während der Produktion noch kurzfristig etwas umplanen. Doch all das hat wirklich sehr gut funktioniert.

Mit dem Zubau ist die Kubatur des Gebäudes fast verdoppelt worden und am höchsten Punkt im Zentrum von Wien haben Sie eine Aussichtsplattform errichtet ...

Ja, der Innenbereich ist fast verdoppelt worden. Der Flakturm außen hat zwar größere Abmessungen aber durch die zweieinhalb Meter Wandstärke ist der Innenbereich im Zubau nur unwesentlich kleiner als er im Bestand war. Wir haben jetzt im 10. Stock einen Veranstaltungssaal und im 11. ein Restaurant und einen Barbereich mit einer fantastischen Aussicht. Außen umlaufend ermöglichen wir einen 360-Grad-Blick auf Wien, der wirklich einmalig ist. Das wollten wir. Wir wollten eine Aussichtsplattform, die einzigartig ist. Auch aus diesem Grund wollten wir ein maximal transparentes Geländer. Denn anders als bei allen anderen Aussichtspunkten, die auch sehr schöne Blickfelder bieten, stehen wir mitten im Zentrum. Kein einziges Gebäude überragt uns. Für diesen Blick wollten wir so wenig Störfaktoren wie möglich. Genau darum kamen für mich irgendwelche Stahlstreben oder Fugen, die diese Sicht beeinträchtigt hätten, nicht in Frage. Unsere Gäste sollen das genießen können, die wollen oben sitzen und über die Stadt schauen. Das war eben unser Wunsch, dass wir einerseits barrierefreie Sicht bieten aber auch das notwendige Sicherheitsgefühl vermitteln. Das war in der Tat eine große Herausforderung. MGLASS ging dann an die Arbeit und hat gemeinsam mit Statikern und Schlossern eine Lösung gefunden, um unsere Wünsche so umzusetzen, wie wir uns das vorgestellt hatten.

Gibt es irgendetwas, das Sie sich bei dem Projekt anders gewünscht hätten, das Ihrer Meinung nach besser funktionieren hätte können?

Insgesamt muss ich sagen, war ich mit der Leistung von MGLASS von Anfang an sehr zufrieden. Und dass so ein Gebäude vieles nicht exakt planen und terminisieren lässt, ist klar. Aber dennoch würde ich mir eine etwas detailliertere Terminplanung wünschen. Gerade zu Beginn der Bauphase war der Zeitplan sehr ambitioniert. Das Problem waren einige unkalkulierbare Sonderverzögerungen, die Umplanungen notwendig machten. Und dafür waren im Zeitplan zu geringe Reserven vorgesehen. Aber ansonsten muss ich sagen, dass wirklich alles gepasst hat. Das Gebäude ist sehr gelungen, die Optik gefällt uns allen sehr gut. Und was das Wichtigste ist: kein Mitarbeiter, kein Kunde, kein Besucher und auch kein Tier kam bei dem Umbau zu Schaden. Da waren alle Mitarbeiter von MGLASS sehr umsichtig und haben mit der nötigen Vorsicht geplant und gehandelt. Das hat perfekt funktioniert.

Was macht Ihrer Meinung nach MGLASS besonders?

Das Bauprojekt an sich war schon besonders und eine einzige Herausforderung. Aber ganz egal was unvorhergesehen passierte, MGLASS hat immer schnell, lösungsorientiert und verlässlich reagiert. Wir wurden nie allein gelassen. Im Gegenteil – wir hatten das gute Gefühl, uns auf MGLASS zu 100% verlassen zu können.

Haus des Meeres, Geschäftsführer Hans Köppen im Interview
Haus des Meeres, Geschäftsführer Hans Köppen
Haus des Meeres, Wien
Haus des Meeres: Ausblick auf Wien

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